16. Dezember 2003

[ Blogging , Consulting , Innovation und Wandel ]

Blognetze zu virtuellen Organisationen

Ton Zijlstra denkt weiter über "Making Actionable Sense" nach und fasst Gedanken, die im Mailwechsel mit Lilia Efimova und mir enstanden sind in einem langen Blogeintrag zusammen.

Die große Idee ist: Was machen wir mit den vielen Ideen, die in unseren Blogs entstehen? Wie entsteht Handeln aus Ihnen? Wie Sinn? Aus Tons ersten beiden Einträgen dazu ist über die Kommentare eine große Diskussion entstanden (und noch mehr als das, wie man bei Lilia nachlesen kann).

Die ersten Einträge führten hin zu einer Zusammenarbeit von Bloggern in einer Form von virtuellen Netzen. In unserer E-Mail-Diskussion ging es vor allem darum, warum wir zusammenarbeiten sollten, oder genauer: Ob unsere individuellen Ziele überhaupt so weit übereinstimmen, dass wir sinnvoll zusammenarbeiten können.

In einer Art "Nebenlinie" des Gesprächs hat Ton etwas sehr schön auf den Punkt gebracht, was ich auch so sehe und was nach Amsterdam ganz klar geworden ist:

A lot of us are not just early technology adopters, but early social adapters as well: in my view our thinking is already aiming to respond to changes that most people will not see on the horizon for years to come. And that is not because they are stupid and we are so bright, it's just that it so happens that part of our abilities lie there.

Being at the frontline does not generate you business with main stream clients, especially the SME's that form the bulk of them, even worse it might very well be frowned upon as idealistic, unrealistic, and 'just not how the world works'. If it wasn't for my international network of fellow bloggers and colleagues at KnowledgeBoard I by now would probably believe that I was the village idiot with my thoughts on KM, instead of becoming surer and surer that my ideas do hold value but that that value is still largely obscure to the general public and thus to our prospective clients.


Dieses Motiv hatten wir an anderer Stelle schonmal. Und es kommt in meinem nicht-Blog offline-Leben (hurra, ich habe ein offline-Leben!) zur Zeit sehr intensiv vor.

Tons Idee der AdHoc-Netzwerke ist sehr stark. Er denkt, dass diese Organisationsform die Vorteile von unabhängigen einzelnen Consultants und großen Beratungsorganisationen vereinen kann und, was vielleicht das Wichtigste ist: "These types of organisations are intrinsically geared to delivering value, not to merely furthering their own continuity."

Das Netzwerk braucht gemeinsame Werte, die, so Ton, in der Blogosphere zum Teil schon vorhanden sind. Hier würde ich uneingeschränkt zustimmen. (Ha, das ist leicht, wenn jemand "sind zum Teil vorhanden" schreibt, dann "uneingeschränkt zuzustimmen". ;-)) Ich glaube allerdings, dass das nicht als die relevante Basisgröße ist: Es reicht, wenn ich den Eindruck habe, dass die gemeinsamen Werte in meinem Netzwerk vorhanden sind.

Tons Weg führt dann über ein sichtbar-machen des eigenen Netzwerks. Der Klient sieht, mit wem sein Ansprechpartner vernetzt ist und welches Netzwerk die Arbeit machen wird. (Ton hat das bei sich visualisiert. Bevor ich mich hier totquatsche: Surft hin und schaut Euch die Bilder an!) Durch die Organisation bzw. die Zusammenarbeit wird das Netzwerk weiter vernetzt.

Die "sichtbar-machen"-Idee klingt für mich ganz stark nach FOAF und Blogrolls. (Und nicht wirklich überhaupt nicht nach LinkedIn, Tribe.net und OpenBC. Da gibt es eine Marktlücke. Anyone in?)

Es ist zu spät um heute noch längere Kommentare abzugeben. Vielleicht ein andermal.

Die Diskussion läuft weiter in John Moores Blog.

[Nachtrag] Eine Verfeinerung bei jcwinnie.

Trackbacks sind Links von anderen Weblogs auf diesen Eintrag.

Wolfgang Flamme hat das visuell erfasst, was ich mir gestern (oder wars vorgestern?) ebenfalls beim Lesen der Beiträge von Zylstra / Röll unweigerlich gedacht habe :-)) (Bild von WFlamme) Kann es sein, daß ich einfach nur gute Erfahrungen mit Consultan...

MEX Blog: Networking: 2 Männer, 1 Gedanke (18.12.03 00:22)

 

Die "sichtbar-machen"-Idee klingt für mich ganz stark nach FOAF und Blogrolls.

Das waeren beide gute Tools um sowas zu machen. Die Photo's in meinem Blogroll sind auch ein Schritt in diese Richtung. Aber eine Art Wissensatlas (von FOAF unterstützt vielleicht) um auch Kompetenzen und z. Zeit Aktuelle Interessen zu verzeichnen waere möglich. Im Moment denke ich noch nicht sosehr ueber Tools nach, sondern noch eher Abstrakt ueber Organisations-konzepte, Business Models, und wie dort hin zu gelangen. Bei letzteres kommen dann auch die Tools im Bilde.

Ton Zijlstra am 16.12.03 10:03 #