13. Dezember 2003

[ Blogging ]

Besonderheiten an Weblogs

Thomas Burg in einer Notiz zur "Netzwissenschaft"-Konferenz in Budapest (via Moe), die er besucht hat:

"Es hat sich letztlich herausgestellt, dass kaum jemand den Terminus Permalink kannte, Services wie Technorati sind unbekannt, ebenso die Idee des Archivierens von Posts, ganz zu schweigen von RSS, etc."

Ich hatte vor zwei Tagen wieder so ein Gespräch, in dem ich jemandem in wenigen Sätzen erklären musste, was Weblogs sind. Ich sagte also die üblichen Sätze zum Publizieren in einzelnen Einträgen, rückwärts chronologisch geordnet etcetc. und bekam ein mildes Lächeln und ein "Und...?" zurück. "Das ist ja wie ein Gästebuch."

Ja, in der Tat. Aber es gehört noch viel mehr dazu. (Dafür habe ich nur noch nicht so flashige 3-Satz-Argumentationsketten.) Wenn Weblogs nur "Inhalt ins Netz drücken" wären, wären sie nicht wahnsinnig wichtig. Das, was das Besondere an der Blogosphere und am Publizieren mit Weblogs ausmacht, ist komplizierter. Ich würde dazu gerne mal einen längeren Text zusammenschreiben. Hier sind ein paar Ideen. Sagt mir, was fehlt und noch mit reingehört (und, ob Interesse besteht, das in einem Wiki zu entwickeln).

Was gehört rein?

  • Einfach(st)es Publizieren

  • Permalinks, Archivierung

  • Kommentare

  • Trackback

  • Referrer / Technorati

  • RSS

  • Blogsuchmaschinen à la Feedster, blogg.de?

Was noch?

 

Grosse Egos!

Joern am 13.12.03 14:22 #
 
  • Trackback wird überschätzt (meiner Meinung nach).
  • RSS wird unterschätzt.
  • RDF und FOAF könnten als praxisrelevantes Beispiel für den ja elementaren Aspekt der Vernetzung hinzugenommen werden.
  • Gästebücher haben keine Klassifizierung (sehr wichtig) und keine Suche. Überhaupt sind Gästebücher eher das Gegenteil von Weblogs. Gästebuch: Viele schreiben, einer liest. Weblog: Einer schreibt, viele lesen.
  • Der Opt-In-Aspekt ist zu nennen.
Thiemo Mättig am 13.12.03 14:35 #
 

Was ist "der Opt-In-Aspekt"?

Die Gästebuchanalogie ist auch nicht so weitgehend. Sie dient nur dazu, das einfache Publizieren zu erklären: Etwas in einem Weblog zu publizieren, funktioniert ungefähr so, wie etwas in ein Gästebuch zu setzen.

Martin Röll am 13.12.03 14:39 #
 

Hallo Martin,

Dave Winer hatte zu den Thema schon mal was
geschrieben.

Dave Winer, "What makes a weblog a weblog?", 23-May-2003, Harvard Weblogs

http://blogs.law.harvard.edu/whatMakesAWeblogAWeblog

Ich hatte mir die Stichworte daraus unter
http://indy.sven-drieling.de/www/weblogs/eigenschaften.html
zusammengefaßt.

Ich halte RSS und die Archivierung nach Kategorien für wichtig.


tschuess
[|8:)

Sven Drieling am 13.12.03 17:54 #
 

Ich suche ein Gästebuch mit RSS-Unterstützung.

Heiko Hebig am 15.12.03 10:51 #
 

Das, was Weblogs wertvoller macht als (z.B.) Gästebücher, ist das, was nicht 'sichtbar' ist: Die Verbindungen _zwischen_ den Blogs _und_ die Menschen, die einzelnen Blogs ihr Profil geben. Ich kann zwar Referrerstatistiken erzeugen etc. aber das 'eigentliche' am Netz und an Blogs kann man schwer fassen: die Menschen eben.
Kürzer: Blogs als Gesamtheit sind ein Kommunkationsnetz und Filtersystem, das sind weder Foren noch Gästebücher, weil die naheu immer "stand alone" sind.

Oliver Gassner am 15.12.03 13:44 #
 

Opt-In, weil ich freiwillig abboniere und lese. Ist das nicht mit der wichtigste Aspekt des Mediums "Weblog + RSS"?

Thiemo Mättig am 15.12.03 17:06 #
 

Als Teilaspekt von RSS ist das wichtig, ja. Ich glaube aber nicht, dass das einer der Treiber der Weblogverbreitung ist. RSS treibt, und die Spamfreiheit von RSS ist ein wichtiger Teil davon, aber Opt-In alleine treibt IMO nichts.

Martin Röll am 15.12.03 17:14 #
 

ich interessiere mich für weblog.

Riki am 01.08.05 09:17 #
 

Wie gut.

Martin Röll am 01.08.05 10:34 #