9. Dezember 2003

[ Unternehmen , Usability ]

arbeitsagentur.de

Sanníe hat sich arbeitsagentur.de, dem neuen Internetangebot der Bundesanstalt für Arbeit, angenommen und eine ausführliche, sehr lesenswerte Kritik zusammengeschrieben. (via moe)

Die Site ist eine Katastrophe. Hässlich, schwer zu bedienen, an vielen Stellen komplett dysfunktional, von Barrierefreiheit gar nicht erst zu reden. Ich spare daher weitere Worte. Das Projekt ist ein klarer Fall von "machen wir nochmal neu": Wegwerfen und von vorne anfangen.

Bleibt also nur noch die Chronistenpflicht:

  • Verantwortlich sind Accenture, die laut internet.com durchschnittlich mit 150 Humanressourcen am Projekt arbeiten und Generalunternehmer sind.

  • Gesamtprojektbudget waren 77 Mio €, davon sind 15 Mio € für die Website aufgewendet worden. Weitere 14 Milionen sollen noch bis Ende 2004 dazukommen. Heise hat weitere Zahlen.

    Ein Gefühl für die Kalkulation des Projekts kriegt man, wenn man sich z.B. diese Pressemitteilung genau ansieht:

    Auf der Bewerberseite wurde aufgrund der hohen Kosten ( fünf Millionen Euro ) von einer Migration von rund 10.000 Bewerber-Datensätze für Minijobs und Praktika abgesehen.
    5 Millionen Euro Kosten für eine Datenmigration von 10.000 Datensätzen... macht 500 Euro pro Datensatz. Macht locker 25 Mannstunden eines manuellen Datenerfassers. Honi soit qui mal y pense.

Genug getextet.

Heiko Hebig meint:

"And I thought that some people managed to learn from previous failures and got a clue."

Ich gehe jetzt eine Runde weinen.


Ein paar Erfahrungen von Nutzern gibt es auch noch beim Spiegel

Spaß hatte auch die Redakteurin von tagesschau.de:

Ich gebe in der "Detailsuche" als Suchbegriff "Redakteur", als Ort "Hamburg" und meine Postleitzahl ein – und bekomme Angebote als Pfleger, Elektriker oder Arzthelfer. Immerhin alle in Hamburg. Langsam schwant mir, wie das mit der neuen Flexibilität am Arbeitsmarkt gedacht war.

Der Eintrag auf DCT

Ein Artikel auf Spiegel Online

Ab August sollen die Nutzer am PC mit Virtuellen Beratern über Chat und E-Mail im Online-Servicecenter kommunizieren können. Im letzten Schritt Ende 2004 - so die Planung - können Arbeitgeber dann Firmenvideos einstellen und jeder Stellensuchende hat dann seinen virtuellen Agenten, der ihn automatisch über neue Angebote informiert.

[10.12.03] Das "Einfach für Alle"-Weblog befasst sich ausführlich mit der (Nicht-)Barrierefreiheit des Angebots. (via Ralph Segert)

[11.12.03] Eamonn Fitzgerald: "If you are looking for a job in Germany and you've got a 56K dial-up connection, www.arbeitsagentur.de is not for you."


[13.01.04] heise online: Accenture geht mit Gewinnsteigerung ins neue Jahr

[27.01.04] Noch eine Entdeckung: Sedo: Behörde kauft Domain für 5-stelligen Betrag ein"

[28.01.04] Pflichtlektüre: Dieser brilliante, lange Artikel zu arbeitsagentur.de von Mirko Lange auf pr-guide.de.

[27.02.04] Spiegel Online: Online-Jobbörse: Innenrevision wittert Korruption

[28.02.04] Heiko Hebig: "Remember boo.com? They burned through the US$ 120 million worth of initial capital it raised in 1999 in about one year. (...) There was the bubble, the hype, we were all young, thought we could rule the world, and money was thrown at anything that had a funky domain name."

[28.02.04] FTD - BA-Vorstand Alt wegen Finanzskandal in der Kritik

[01.03.05] FTD vom 24.2.2005: FTD - Online-Stellenmarkt der BA in der Kritik

Der Bundesrechnungshof bemängele, dass der weit überwiegende Teil der Bewerberprofile und Stellenangebote "unvollständig, nicht aussagekräftig oder nicht schlüssig" gewesen sei, zitiert die Zeitung. (...) Die Vermittlung über den "Virtuellen Arbeitsmarkt" habe sich damit "im Vergleich zu den bisherigen Selbstinformationssystemen nicht verbessert", sondern sei teilweise sogar erschwert worden, schreiben die Gutachter. Zudem weise der elektronische Stellenmarkt Defizite in der Funktionstüchtigkeit und Benutzerfreundlichkeit auf.

Einem weiteren Bericht zufolge hat die BA bei der Auftragsvergabe zur Online-Jobbörse den eigenen Verwaltungsrat getäuscht. Dies gehe aus einem Bericht der Innenrevision hervor, der dem "Münchner Merkur" vorliegt. Diese werfe der BA-Spitze vor, die Firma Accenture bei der Auftragsvergabe begünstigt und den Auftrag nicht europaweit ausgeschrieben zu haben.

[01.08.06] Onlinebörse der BA entwickelt sich zum Marktführer | tagesschau.de

Trackbacks sind Links von anderen Weblogs auf diesen Eintrag.

Sanníe hat sich arbeitsagentur.de, das neue Internet-Angebot der Bundesanstalt für Arbeit, vorgenommen und einen ausführlichen, sachlichen und begründeten Verriß geschrieben: »Es sieht aus, als sei es zufällig beim...

Der Schockwellenreiter: Usability (10.12.03 08:15)

Sanníe hat sich das neue Angebot der Bundesanstalt für Arbeit - arbeitsagentur.de - vorgenommen und einen ausführlichen, sachlichen und kostenlosen Verriß geschrieben: »Es sieht aus, als sei es zufällig beim Programmieren entstanden. Keine ...

medialog: Geldverbrenner (10.12.03 10:02)

5 Millionen Euro Kosten für eine Datenmigration von 10.000 Datensätzen... macht 500 Euro pro Datensatz. Macht locker 25 Mannstunden eines manuellen Datenerfassers. Honi soit qui mal y pense ... Ich gehe jetzt eine Runde weinen. (Martin Röll) And I thou...

MEX Blog: Neue Arbeitsamt.de Seite: vernichtende Kritiken (10.12.03 12:59)

Wenn ich Berichte über die Murkserei bei dem !neuen Arbeitsamt-Auftritt für 14 Millionen Euro lese, kommen mir wirklich die Tränen. M

superBlog: Arbeitsagentur.de (11.12.03 14:19)

Martin Röll berichtet über die Webseite der Bundesagentur für Arbeit. Von einem Projektvolumen von rund 77 Mio. € entfielen ca. 29 Mio. € auf die Realisierung der Webseite. Ein 150 köpfiges Team arbeitete an diesem Projekt. Erreicht wurde zum B...

augenmerk agenturblog.de: Bundesagentur für Arbeit (11.01.05 08:08)

Der "virtuelle Arbeitsmarkt" der Bundesagentur für Arbeit - zu finden unter Arbeitsagentur.de - ist inzwischen aus den Schlagzeilen verschwunden. Geblieben sind vermutlich die Probleme. Das gesamte Projekt hat inzwischen ein Volumen von etwa 165 Mio Eu...

Artikel 20 Blog: Arbeitsagentur.de - Neues vom großen Nürnberger EDV-Projekt (18.01.05 12:11)

Heute war ein lustiger Mann von der Arbeitsagentur bei uns in der Schule. Der hatte einen Beamer mit, ein IBM Notebook und ein Siemens ME45. Mit dem Siemens ME45 hat er eine Internetverbindung hergestellt um uns die Seite der Arbeitsagentur für Arbeit...

amano7 blog: Die Arbeitsagentur in der Schule - Studiengang "Master of Klarkomming - Behörde seiing" (21.02.05 17:01)

Arbeitsagenturen gibt es viele, einige davon sind mehr, die meisten jedoch weniger interessant. Die m. E. bemerkenswerteste Arbeitsagentur ist, wenn wundert’s, die Bundesagentur für Arbeit, gemeinhin auch als Arbeitsamt bekannt. Nach der Refor...

S-O-S SEO Blog: Die Arbeitsagentur (29.09.05 19:20)

 

Hm, Geschäftsidee:
Kurse für Arbeitslose die ihnen beibringen den Website zu benutzen. Die Werbung dafür machen wir auf den Aufklebern, die die Todesbotschaften auf den Zigarettenpackungen überkleben. ;)

Angeblich ist das Teil auch deswegen so teuer, weil es ein Backend auf der AA-Seite beinhaltet.

Oliver Gassner am 09.12.03 22:47 #
 

Wenn ich diese Rechnung richtig nachvollzogen habe, teilen sich die 77 Mio Gesamtbudget auf 15 Mio für die erste Stufe der Webentwicklung, 14 Mio für die zweite und 48 Mio für das Backend auf.

Meta-Geschäftsidee: Schulungen für künftige Kursleiter für Kurse zur Websitebedienung. ;-)

Martin Röll am 09.12.03 23:06 #
 

Ich stell PHPNuke auf irgendwelchen angemieteten Webspace, verändere 1 bis 2 farben der standardtemplates und verkauf das der CDU als neue hypermoderne Parteiseite für nur 4 Millionen Euro.

Ich glaube das währe nichtmal so ne schlechte idee.

amano.ncr am 10.12.03 09:42 #
 

Ich bewerbe mich jetzt darum, die 10.000 Bewerberprofile zum halben Preis - also 250 Euro pro Stück - händisch einzupflegen. Das wird dann ja die letzte Arbeit sein, die ich in meinem Leben für Geld tun muß.

Sanníe am 10.12.03 19:57 #
 

Ich hatte auch schon überlegt, mich um einen Teil des nächsten Projekts zu bewerben. Wollen wir zusammen ein Gebot abgeben? :-)

Martin Röll am 10.12.03 22:20 #
 

siehe TED, suche "Bundesanstalt für Arbeit"

Heiko Hebig am 11.12.03 11:33 #
 

Darf das wahr sein...? Ich bin gespannt, was der Bund der Steuerzahler dazu sagt und welche Köpfe rollen werden. Ich unterstelle, dass jede der rund 2.000 Webagenturen in Deutschland für ein Hundertstel des Preises ein wenigstens gleichwertiges Produkt abgeliefert hätte.
29 Millionen Euro für ein derart mies realisiertes Projekt sind einfach unglaublich.

Ulf Schrader am 11.12.03 13:16 #
 

Die Vorschau des neuen Portals vor einem halben Jahr war besser, aber bei dem neuen Design hat man dann wohl eine Ausschreibung gemacht und der Billigste hat den Zuschlag bekommen. Und der Auftragnehmer musste offensichtlich sparen, kleine Buchstaben sind schließlich billiger *g* als große Buchstaben. Und hätte man die Buchstaben noch kleiner gemacht, hätte man bestimmt Datenübertragungszeit eingespart ;-)

Dietmar Platz am 11.12.03 14:59 #
 

Vorsichtig mit den Zahlen! Der Schockwellenreiter hat das auch schon falsch gemacht: Die 15 Millionen sind eben nicht nur "Webdesign". Ich bezweifle, dass eine "Webagentur" den Auftrag hätte stemmen können (und erst recht für ein hunderstel des Budgets). Ulf: 29 Mio. sind noch gar nicht ausgegeben worden. Das, was man jetzt sieht, ist das Ende der Stufe 1, also nach Backend-Arbeiten und eben den 15 Mio. für's Frontend. Dietmar: Das mit dem "Billigsten" muss ich nicht verstehen, oder?

Martin Röll am 11.12.03 16:41 #
 

Es ist eine Schande, wenn Angesichts der Kürzungen beim Arbeitslosengeld, der Arbeitslosenhilfe und der beabsichtigten Zusammenlegung der ALH mit der Sozialhilfe 77 Millionen Euro für diesen Web-Auftritt verschwendet werden.
Es währe meiner Meinung nach sinnvoller, die Bezüge der Arbeitslosen den steigenden Kosten für die Lebenshaltung (und auch den Belastungen der Gesundheitsreform sowie einer geforderten privaten Altersvorsorge gehören hier dazu)jährlich und im vernünftigen Rahmen nach oben anzupassen. Dieses würde die Konjunktur erheblich beleben, was sich mit Sicherheit positiv auf den Arbeitsmarkt, auf die Erhaltung von Arbeitsplätzen und die Schaffung neuer Arbeitsplätze auswirkt.

Karsten Zocher am 11.12.03 18:17 #
 

Ich bitte darum, die politische Diskussion hier nicht fortzusetzen. Das hier ist nicht der Ort für sowas.

Martin Röll am 11.12.03 18:22 #
 

frage: wurde diese semikriminelle story wenigstens schon von tv-sendern beleuchtet und gesendet? wenn ja, wann und von welchem sender? merci

harry lime am 16.12.03 09:04 #
 

Wofür Fernsehen? Wir haben doch Blogs! ;-)

Martin Röll am 16.12.03 10:25 #
 

Der Original-Artikel über die nicht vorhandene Barrierefreiheit der virtuelle Arbeitsagentur ist auf dem Barrierekompass erschienen und mit freundlicher Genehmigung auf einfach-fuer-alle nochmal veröffentlicht worden. Wir freuen uns sehr, dass wir mit unserem Artikel einen Beitrag zu dieser wichtigen Diskussion leisten. Den Original-Artikel und mittlerweile erschienene Erweiterungen - es hat sich wieder etwas getan - finden Sie auf dem barrierekompass

Barrierekompass-Team am 30.12.03 15:31 #
 

Hier ist der korrekte Link.

(Tip: Blog-Kommentare nicht in "Team"arbeit verfassen. ;-))

Martin Roell am 30.12.03 20:46 #
 

kinder .. recht unkig geschrieben.. stellenweise. was ich jedoch vermisse: es geht hier um menschliche schicksale.. der arbeitslosen nämlich, die schon wieder vera*** werden.. und die welt schaut grinsend zu!

ted heubach am 06.01.04 12:56 #
 

Na, na. Denen, die über ein versautes Projekt spotten, gleich Gleichgültigkeit gegenüber den Arbeitslosen zu unterstellen, ist unsachlich.

Martin Röll am 06.01.04 14:45 #
 

Gratulation zur Google-Positionierung.

Oliver Gassner am 09.01.04 15:42 #
 

Echt stark, habe mein Bewerberprofil in nur 4,5 Stunden eingegeben. Vollzeit natürlich. Treffer die ersten ca. 20 Seiten die ich öffnete waren Minijobs und Teilzeitstellen. Zum öffnen die Seite drucken benutzen! Sonst muß man jedes Fenster extra öffnen! Schade das der alte Internetauftritt des Arbeitsamtes in Kürze nicht mehr verfügbar ist, den der war klasse!

Christa Fitzen am 13.01.04 15:46 #
 

Die Seite ist eine einzige Katastrophe. Bei mir funktioniert die Seite überhaupt nicht! Sie wird immer nur bis zur hälfte geladen. Ich habe z.b Bürokauffrau eingegeben und es gaben Berufe in dem Bereich Sozialund Gesundheitswesen.

Anna-Lena Schnitger am 16.01.04 16:45 #
 

Selten habe ich einen derart misslungenen Internetauftritt gesehen. Es mögen durchaus gute Überlegungen und Visionen hinter dem Projekt gestanden haben, die Umsetzung allerdings ist mehr als stümperhaft. In der Schule hätte man zu hören bekommen: Setzen, 6 ! Das für solch eine mangelhafte Produktion eine derartige Summe ausgegeben wurde, zeigt eigentlich nur, wie sehr die Entscheidungen treffenden Köpfe in einer virtuellen Realität leben. Hätte man einige der Arbeitslosen zu Webdesignern/Programmierern umgeschult, wäre sicherlich ein brauchbareres Ergebnis zu niedrigeren Kosten entstanden. Neben der Unbrauchbarkeit der Seite ist aber auch peinlich, welches Bild sich unseren Nachbarn bietet. Made in Deutschland - sieht eher aus, als wäre aus der Made ein Wurm geworden, der nun scheinbar tief im System steckt.

Thorsten Sprindt am 20.01.04 07:38 #
 

Ich würde ja gerne auch meine Senf zur Seite abgeben...hm ...aber ich komme ja nicht mal drauf.....*kopfschüttel*

Dave am 20.01.04 10:33 #
 

Ich habe jetzt seit vier Tagen immer mal wieder versucht, mein Bewerberprofil einzugeben und inzwischen aufgegeben. Auch die Suche nach Stellenangeboten hat noch immer kein Ergebnis gebracht; da ich immer wieder die verschiedensten Fehlermeldungen erhalte. Ich laß es und suche auf anderen Suchmaschinen weiter....

Doris am 20.01.04 13:49 #
 

Auch Arbeitgeber haben mit der arbeitsagentur.de kein Glück: Ich habe versucht einen Mitarbeiter für Qualitätssicherung zu finden. Einsatzgebiet PLZ 59555. Es werden Hunderte ausgegeben...aber keine Qualitätssicherungsleute und schon garnicht für das Gebiet 59555. Fazit: Das Programm der Arbeitsagentur ist völlig nutzlos!

Jürgen Korthof am 05.02.04 10:27 #
 

Als Arbeitsloser habe ich viel Zeit um Stellenangebote zu Suchen aber nicht die Finanziellenmittel um Stundenlang irgendwelche Suchkriterien ztu erfüllen.
Diese Seite ist rausgeschmissenes Geld
Unter dem Arbeitsmarktportal (Arbeitsamt.de)hatte ich innerhalbk ürzester Zeit alle Ergebnisse die benötigt wurden.
Gibt es denn Niemand den man für diese Meisterleistung verantwortlich machen Kann?

H.-J. Rink am 25.02.04 10:44 #
 

BA-Vorstand löst Leiter des Projektes Virtueller Arbeitsmarkt ab

Nürnberg (ots) - Der Vorstand der Bundesagentur für Arbeit (BA) hat den Leiter
des Projektes Virtueller Arbeitsmarkt (VAM) mit sofortiger Wirkung von seinen
Aufgaben entbunden. Diese Entscheidung traf der BA-Vorstand aufgrund von
Ergebnissen einer Risikoanalyse des Projektes. Sie hat ergeben, dass Kosten
und Funktionsfähigkeit des Projektes überprüft und dem Bedarf angepasst werden
müssen.

www.arbeitsagentur.de, das neue Internet-Portal der BA, ist erfolgreich
angelaufen und wird im Hinblick auf die Nutzer-Wünsche weiter verbessert. Die
geplanten Erweiterungsstufen des Virtuellen Arbeitsmarktes (VAM) werden
verschoben. Das Präsidium des Verwaltungsrates der BA wurde vom Vorstand heute
über den aktuellen Stand des Virtuellen Arbeitsmarktes und die in diesem
Zusammenhang getroffenen Entscheidungen unterrichtet.

Der Vorstandsvorsitzende der BA, Frank-J. Weise, hatte zu Beginn seiner
Amtszeit angekündigt, sämtliche Aufgabenbereiche der BA einer schonungslosen
Bestandsaufnahme zu unterziehen. Die heute getroffene Entscheidung im Hinblick
auf den VAM ist ein erstes Ergebnis dieser Bestandsaufnahme.

Der für das Projekt zuständige Vorstand Heinrich Alt stellte fest, dass bei
der Kostenentwicklung Risiken bestehen. Nach einer Ausschreibung hatte das
Unternehmen Accenture im Februar 2003 den Zuschlag für das Projekt mit einem
Volumen von 65 Millionen Euro bekommen. Neue Berechnungen ergeben, dass sich
mit bereits jetzt geplanten, zusätzlich notwendigen Aufträgen ein Volumen von
125 Millionen Euro bis 2008 ergeben könnte. Dazu kommen weitere externe Kosten
in Höhe von rund 40 Millionen Euro, weil aufgrund des höheren Datenaufkommens
das interne Netz der BA erweitert werden muss.

Die Innenrevision untersucht gegenwärtig das gesamte Projekt "Virtueller
Arbeitsmarkt". Dabei wird insbesondere geprüft, ob aus dem Projekt direkt
Aufträge an der dafür zuständigen Vergabestelle vorbei vergeben wurden.

Quelle: Bundesagentur für Arbeit / Presseteam

W. Hartmann am 26.02.04 07:56 #
 

Habe heute versucht, die Software zu propieren. Keine Panik aber satte 4 Std. gebraucht und es geht immer noch nicht. Als man verzweifelt war und um Rat fragte, hat man die hübschen Damen vom Arbeitsamt angesprochen. Sie waren nicht dumm, aber sie wußten auch nicht Bescheid.
Und wenn nachvollzogen wird, was für eine Kostenexplosion( Namensänderung, Internetauftritt, Gutachten)seit Gerster ausgelöst worden ist, da muß man sich fragen, wo kommt das Geld her. Jede normale AG, GmbH u.s.w. wäre Pleie. Nur Chaostruppen regieren Deutschland

P.Schubert am 30.03.04 21:12 #
 

Es ist ja nun fast alles gesagt, aber Gentlemen, wir haben Bea vergessen! Bea, der bahnbrechende Pseudo-Avartar aus Nürnberg oben links spricht zu uns: "Hallo ich bin Bea. Klicken sie hier und ich zeige Ihnen was arbeitsagentur.de für Sie tun kann." Zwei Pop-Up Bildschirme später. Mit dem Charme eines leeren Aktencontainers und der leise mitschwingenden aber dennoch unnachgiebigen Härte und Bitterkeit einer langjährigen Verweildauer auf den langen Gängen des A-Amtes fährt sie uns wie ein spitzer Brieföffner der Marke Pelikan in Mark und Bein, hallt von oben auf uns nieder, Bea´s pflichtbeflissene, abgehackte, kalte, unsympathische Ich-hasse-Euch-alle-weil-mein-Schreibtsisch-ist-schon-voll-Stimme. Ich suchte die Ursache zunächst in meinen Aktivboxen, doch nein, die waren in Ordnung. In dem Glauben, daß die Wirkung der Phonetik auch den Marketing-Experten von Accenture ein Begriff sei begann ich zunächst an mir zu zweifeln, doch dann wurde mir bewußt, hier hat sich wirklich jemand unsterblich gemacht!! Ich vermute, allein für das Casting dieser Stimme hat Accenture einige Millionen kassiert! Genialer Zug, Jungs!

Man bedenke, auf der hoffnungslosen Suche nach einem sinnvollen Einstieg in die abgrundtief schlechte Seite, landet der User schließlich völlig desillusioniert bei Geheimwaffe Bea, der perfekten Abschreckung. Wer sich nach dieser Gehörmassage noch an die preisgekrönte Navigationsstruktur wagt, wird auch mit dem Reisszahn in der Abteilung für Akademiker fertig, ist also ohnehin nicht mehr zu stoppen. Alle anderen sind bis auf weiteres bedient und helfen sich selbst. Also, an dieser Stelle "chapeau", Accenture, und jetzt noch ein paar Vorschläge zur Sicherung des weiteren Projekterfolgs:

1.) Austausch des aktuellen Bea-Begrüßungs-Textes gegen das JFK Zitat "Fragt nicht, was Euer Land für Euch tun kann, sondern was Ihr für Euer Land tun könnt!" - schließlich hat der Arbeitslose ja Zeit! Ferner, Austausch des aktuellen Projektleiters, biete mich ebenfalls selbst an, bin zufällig gerade frei.

2.) Stichwort Human Asset Management... normaldeutsch: Sofortige Blitz-Schulung der Praktikanten, die bei Euch am Auftritt der Arbeitsagentur.de basteln. Müßte ja möglich sein, schließlich fakturiert Ihr für die Kerlchen den vollen Tagessatz.

3.) Unbedingt KPI (Key Performance Indicator)Goldkehlchen Bea für Phase 2 verpflichten! Dann brauchts gar kein Backend mehr, Ihr spart Unmengen an Manntagen und es genügt, wenn Ihr im System ein paar statische Demo-Daten hinterlegt. Muß ja keiner wissen und abgerechnet wird der volle Satz,....77 Mio.....154 Mio......221 Mio.? Egal, der gemeine Parlamentarier glaubt an das Gute im Menschen und schluckt jeden Preis.

4.) Beschwerden? Neeeein, I wooooo, ich gehe davon aus Ihr habt daran gedacht, die im Text genannten Kontakt-eMail-Adressen auf irgendeine GMX-Datenschrotthalde umzurouten?! Oder?! Wenn nicht, wird´s aber Zeit, sonst kommt´s zu so unangenehmen Randerscheinungen, die man langläufig als Interaktion bezeichnet.

Abschließend möchte ich noch meinen Sachbearbeiter in der Abteilung für Akademiker in Frankfurt grüßen. Na, geht Ihr PC wieder? Ich freu mich schon auf unseren nächsten Plausch, bin gerade bei einem großen Software-Unternehmen mit ganz vielen Modulen eingeladen (nein, die bauen keine Schreibmaschinen, was Sie meinen ist Hardware, heißt PC, und hat jetzt nichts damit zu tun). Wenn´s klappt, meld´ ich mich mal bei Ihnen und mache Ihnen ein Angebot. Was da auf Ihrem Bildschirm flimmert ist ja eigentlich schnuppe, da waren wir uns ja einig :)). Ansonsten schließe ich mit einem Ihrer Originalzitate vom letzten 5 Min.-Termin "Ich möchte Sie ja nicht aufhalten, aber wenn Sie noch Fragen haben??!"
Nein, keine Fragen, tschüß!

H.Böttcher am 31.03.04 23:25 #
 

Die neue Stellenbörse der Agentur für Arbeit ist selbst für erfahrene Internet-Benutzer umständlich zu bedienen. Im Vergleich zur alten Version fragt man sich echt ob es nicht auch eine kleine optische Überarbeitung getan hätte.

Einer der Berater im Arbeitsamt sagte mir vor kurzem, dass sich selbst die Mitarbeiter nicht mit dem neuen System anfreunden können und oft die von ihnen erfassten Stellen nicht mehr wiederfinden.

Gerhard Seemüller am 20.04.04 11:03 #
 

Nun ja, da fehlen mir die Worte... Erstens fand ich die vorhergehende Seite des Arbeitsamtes gar nicht so schlecht, zweitens war sie zumindest viel viel leichter zu bedienen. Ein bisserl optisch aufgepeppt und an manchen Stellen aktualisiert, und sie hätte noch für viele Jahre gute Dienste geleistet.

Und die Kosten???

Ohne Kommentar. Habe im April versucht, eventuell über den Weg einer Umschulung neue Arbeitswege zu gehen. Komentar des Arbeitsamtes im April???

Budget schon voll ausgeschöpt. Versuchen Sie es doch bitte mal nächstes Jahr...

Also, da wunderts mich nicht mehr. Nun bleib ich halt was ich bin. Studierter Werbegrafiker und Webdesigner. :-)

Andreas Wohlfeld am 06.07.04 16:21 #
 

...Und ich dachte schon, ich bin eine der wenigen, die mit der neuen Website des ehemaligen Arbeitsamtes nicht klarkommt ;-)

Schön, wenn man doch nicht der einzige in >Behördendschungel

Wirklich witzig ist, dass dort scheinbar (wie es auf der guten, alten Internetseite vom >Arbeitsamt

Ich war so naiv gewesen daran zu glauben, dass bei >arbeitsagentur.deToll Kollekt/ LKW-Mautsystem

P.S. Sind eigentlich die Politiker in den Ministerien (sei es Verkehrs-, Finanz, oder Arbeits[agentur]ministerium) ALLE so ahnungslos, was Internet und Technik angeht? Na dann gute Nacht Deutschland! Die können ja nicht mal mit dem Taschenrechner umgehen, sonst hätten wir vermutlich nicht so einen Berg an Staatsschulden!

Andrea Lübbert am 19.07.04 14:21 #
 

suche job im lagerwesen

michael kastner am 24.07.04 20:41 #
 

So weit kommen wir erst gar nicht...

Betreue eine Art Internetcafe, und hier bleibt der Bildschirm komplett weiss! -
der Sourcecode ist zwar sofort anzeigbar (sieht nach CMS aus), ansonsten aber nur Schneetreiben...

Detlef Ricken am 24.02.05 17:52 #
 

Hallo,

habe seit 10 Jahren ab und zu mal nach einen neuen Job beim arbeitsamt, bzw. Agentur für Arbeit im Web gesucht. Aber die Webseite ist bis jetzt nicht besser geworden und jedesmal rege ich mich auf das für so etwas unbrauchbares, Steuergeld vergeudet wird. Zum Glück gibt es ja noch andere brauchbare Jobbörsen.

Melanie Escher am 14.04.06 17:06 #