7. Dezember 2003

[ Marketing ]

"You've got Spam." - Von der Lufthansa.

(Bevor Missverständnisse aufgrund des Titels entstehen: Es ist nicht so, dass die Lufthansa Spam verschickt. Bitte erst bis zu Ende lesen und dann flamen und abmahnen, danke.)

Der E-Mail-Newsletter von Lufthansa Miles and More ist im Spam-Ordner gelandet. Wie kommt's?

Das volle Programm:

  • Die Mail ist eine HTML-Nachricht

  • mit WebBugs drin.

  • Sie wurde von einer merkwürdigen Domain (lufthansamm.ruk1.com) abgesendet

  • und trägt eine kaputte Message-ID.

Ganz, ganz groß. Dieser Newsletter kommt jetzt bei einigen hundert, wenn nicht gar tausend Usern nicht an. Die Lufthansa braucht einen guten Berater. Genauso wie Flipside.com, Webmiles, diverse Finanzdienstleister und vor allem die Penisverlängerer. Aber für letztere will ich nicht wirklich arbeiten.

Für die Freunde von ROI-Kalkulationen: Wir nehmen eine Zahl für den Wert dieser Kommunikation zum Kunden an (vielleicht 0.2% vom jährlichen Flugumsatz?), und multiplizieren mit der Anzahl der nicht erreichten Adressaten. Die kriegen wir zum Teil über die WebBugs, zum Teil über ein wenig Recherche bei den Providern raus und, wenn es wirklich ernst werden soll, über eine Nachfrage bei einer Stichprobe von Empfängern (dann tunlichst per Telefon oder persönlicher Mail, sonst hilft das natürlich auch nichts). Das Produkt teilen wir durch das Beraterhonorar (das hier allerdings wohl in direkter Abhängigkeit vom quantifizierten Nutzen definiert werden würde. Vielleicht 50% des errechneten Werts im ersten Jahr? Damit kommt der Berater bei einem kleinen Unternehmen auch noch gut weg, wenn er nur wenige Stunden denken muss und kann sich bei einem großen Unternehmen genug Zeit lassen, seine Sache anständig zu machen.).

[08.12.2003] Fast wie bestellt: Jakob Nielsens aktuelle Kolumne Automated Email From Websites to Customers beschäftigt sich mit einem verwandten Thema:

Transactional email can be a website's customer service ambassador, but messages must first survive a ruthless selection process in the user's in-box. Differentiating your message from spam is thus the first duty of email design.

Trackbacks sind Links von anderen Weblogs auf diesen Eintrag.  

Hallo Martin,

die Firmen haben oft sogar die Leute im Haus, die das hier (zumindest im Grundsatz) verstehen und auch danach handeln. Nur leider entscheiden in Unternehmen oft andere. :-(

hoffen wir künftig auf ein Ohr der Entscheider auf die Fachleute, Thomas

Thomas am 08.12.03 14:54 #
 

Passend dazu auf ecin.de:

"eMail Marketing Kampagnen erreichen ihre Zielgruppen laufend schlechter, auch wenn eine Zustimmung der Empfänger vorliegt. Bis 2005, so warnen die Experten der Gartner Group werden durch Content Manager, Internet Service Provider und Filtersoftware 80 Prozent der eMail-Marketing-Aktionen auf schwarzen Listen enden."

http://www.ecin.de/news/2003/09/30/06261/

Neulich habe ich einen Newsletter bekommen, der im Betreff schön verziert war: "xxx Hier stand ein toller Betreff xxx" Bzw. eigentlich habe ich ihn nicht bekommen, sondern nur zufällig im Spamordner entdeckt...

Nico Zorn am 08.12.03 22:15 #
 

Noch besser, letzte Woche bei mir im Briefkasten: eine A5 1/2-Postkarte der Lufthansa, auf der Rueckseite "Subject: User unknown or not available", vorne "Sehr geehrter Herr Köhntopp, leider können wir Sie unter Ihrer E-Mail-Adresse nicht mehr erreichen. Bitte aktualisieren Sie Ihr Profil auf unserer Website www.lufthansa.com und profitieren Sie wieder vom E-Mail-Newsletter...".


Unnoetig zu erwaehnen, dass meine seit mehreren Jahren voll funktionsfaehige Adresse dort hinterlegt ist. Scheint fast so, als ob Accenture nach Arbeitsagentur.de noch einen weiteren Auftrag ergattern konnte :)

Frank Koehntopp am 18.12.03 14:39 #