2. Dezember 2003

[ Communities , Datenschutz , Trends ]

Identität, Social Networking Software und FOAF

Loïc Le Meur macht sich Gedanken über Identität und Social Software, womit er Plattformen à la Friendster meint.

Diese Plattformen basieren darauf, dass die User andere User einladen und sich dann mit Ihnen auf der Plattform vernetzen.

They call that viral marketing and I am starting to hate it. Why would I share with ten tools my address book and my friends so that they make money out of it (...)?

Loïc führt aus, warum die Idee so falsch ist: Die Identität gehört dem Nutzer. Er sollte ihre digitale Repräsentation an einem Ort ablegen, der ihm gehört. Es ist überhaupt nicht praktikabel, seine Daten an zehn verschiedenen Stellen zu hinterlegen und zu pflegen. Der Nutzer will entscheiden wem er welche Informationen zur Verfügung stellt.

Social Software oder Social Networking Software, wie ich sie lieber nenne, um sie von kollaborativer "Social Software" wie Weblogs und Wikis abzugrenzen, hat eine große Zukunft. Aber die Anbieter müssen sich Gedanken darüber machen, wie sie in der Zukunft bestehen wollen, wenn der Hype abgeklungen ist. Im Moment springen noch alle auf jede neu entstehende Plattform, egal ob sie Friendster, tribe.net oder OpenBC heißt. Aber in sechs Monaten spielen wir nur noch mit einer Plattform, wenn überhaupt.

Geschlossene Systeme werden vermutlich nicht bestehen können, weil die Anwendungsfelder rund um die persönliche Identität zu schnell wachsen: Die Plattformen werden bei der Entwicklung neuer Features mit der Geschwindigkeit dieser Entwicklung und der Komplexität, die sie mit sich bringt, nicht mithalten können.

Wie könnte eine Lösung aussehen? So. FOAF ist ein XML-Standard, mit dem Menschen, Beziehungen zwischen Menschen und Beziehungen zu den Dingen, die sie tun und erschaffen modelliert werden können. Bei FOAF behält der Nutzer die Kontrolle über seine Daten und entscheidet sich selbst, wo er sie ablegt und wie er sie freigibt. Die Entwicklung des Standards ist noch lange nicht so weit, dass man damit eine vollständige "digitalen Identität" modellieren könnte, aber er ist in meinen Augen auf dem besten Weg dahin.

Mehr zu FOAF bald in einem eigenen Artikel.

[01.01.04] Om Malik schlägt in die gleiche Kerbe und fordert, dass die Daten den Usern und nur den Usern gehören sollen. "Lets figure out a way to cut out the middlemen." In den Kommentaren geht es um FOAF. Via Nico Lumma.

[07.01.04] David Weinberger: "networks such as LinkedIn will only survive if an external application figures out a use for them". Dort ein interessanter Kommentar von Morten Frederiksen.

[12.01.04] Gedanken von John Robb.

Trackbacks sind Links von anderen Weblogs auf diesen Eintrag.

Multiply.com ist ein weiterer Online Social Networking Dienst à la Orkut. Seine Stärke soll anscheinend der Featurereichtum sein: Es gibt nebem der Basis des "Lege ein Profil an, vernetze dich...

Das E-Business Weblog: YASN: Multiply - Gedanken zu Online Social Networks (17.08.04 01:57)

 

>Geschlossene Systeme werden vermutlich nicht >bestehen können, weil die Anwendungsfelder rund >um die persönliche Identität zu schnell wachsen: >Die Plattformen werden bei der Entwicklung neuer >Features mit der Geschwindigkeit dieser >Entwicklung und der Komplexität, die sie mit >sich bringt, nicht mithalten können

Den Satz verstehe ich nicht ganz. Wer soll mit wem nicht mithalten können ?

Albrecht Marignoni am 30.12.03 18:43 #
 

Ich denke, dass die Plattformen nicht mit der Entwicklung des Themenfelds "digitale Identität" mithalten können werden. Anwendungen rund um die digitale Identität wachsen zu schnell, als dass eine Plattform da umfassend mit-entwickeln könnte.

Martin Röll am 30.12.03 22:15 #