8. Oktober 2003

[ Buchmesse ]

Buchmesse, Tag Eins: Elektronisches Publizieren

So langsam entwickelt sich hier was. Es gibt hier eine Menge Leute, die sich mit dem Publizieren im Internet befassen und die alles andere sind als langweilig oder konservativ. (Davor hatte man mich gewarnt, bevor ich her kam.)

Unter anderem besuchte ich heute die Pressekonferenz des Arbeitskreis Elektronisches Publizieren im Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Der stellte sein Branchenbarometer 2003 (PDF, 678 KB) vor. (Zu dem das Handelsblatt ein paar Worte verloren hat.)

AKEP Pressekonferenz

Pressekonferenz in Raum mit grauen Wänden, grauem Boden, grauen Tischen und Frauen und Männern in grauen Anzügen.

Interessant waren weniger die Ergebnisse der Befragung (DVD-ROM verdrängt CD-ROM, eBooks laufen nicht, können aber auch kaum gemessen werden, weil der Begriff "eBook" überhaupt nicht präszise ist, Internet-Buchhandel wird akzeptiert, Erwartungen sind pessimistischer (nicht "realistischer", Herr Michaletz!) als 2002), sondern vielmehr die Diskussion im Anschluss:

Ein Herr fragte nach dem Umgang mit freien Texten im Internet - wie gehen die Verlage damit um? Verwenden sie sie als Input? Sehen sie sie als eine Gefahr? Die Antwort ist "nein" und sinngemäß: "'Graue Literatur' (was für ein Wort!) hat es schon immer gegeben und im Grunde interessiert sie uns nicht." Das ist eine traurige Einstellung.

Ich drehte die Frage um und fragte danach, ob die Verlage, abseits ihrer PaidContent-Experimente schon mit dem freien, offenen Veröffentlichen im Internet experimentiert hätten. Ich dachte dabei an solche Aktionen, wie z.B. Seth Godins Purple Cow, bei denen Bücher völlig kostenlos frei im Internet verfügbar waren und trotzdem (bzw. gerade deswegen?) geschäftlichen Erfolg gehabt hatten.

Zu meinem Erstaunen gab es eine sehr ausführliche und aufschlussreiche Antwort: In der Tat hat es solche Experimente schon gegeben! Der Springer Verlag hat zum Beispiel aus reinen Internetpublikationen Print-Magazine gemacht, mit großem Erfolg! Ebenfalls wurden wissenschaftliche Fachpublikationen in diesem Sommer für drei Monate lang offen ins Web gestellt, um die Reaktion zu testen. (Allerdings passierte nichts, wohl weil niemand die Texte gefunden bzw. die Aktion bemerkt hat.)

Dieses Thema werde ich morgen in einem Gespräch bei Springer vertiefen. Ich freue mich schon darauf.

Nach der Pressekonferenz gab es noch ein schönes kurzes Gespräch mit einem Mann von ap. Er kannte nicht nur Weblogs, sondern sogar das E-Business Weblog! Oder er war nur höflich. :-)

Dann gab es noch ein Treffen mit zwei Bloggern, zu dem später mehr zu erfahren sein wird und das hier abends am Bahnhof:

surfterminal-fehler.jpg

Ein Internet-Surfterminal. Aber was ist das für eine komische, wohlbekannt aussehende Box auf dem Screen?

Ein Windows-Programmfehler. Wie putzig. (Großes Bild bei Klick.)

Morgen mehr.

Trackbacks sind Links von anderen Weblogs auf diesen Eintrag.

Martin Roell has more proof that Windows does not work well for unattended workstations. My guess would be that everybody has seen similar screens on Windows driven terminals - is it really so hard to make this work, or are people too stupid to underst...

www.gadgetguy.de: Why Windows is not suited for internet terminals (09.10.03 10:30)