16. September 2003

[ Internet ]

Le DNS, c'est moi: Verisign imperialistisch.

Die Leute bei Verisign müssen völlig bekifft oder wahnsinnig geworden sein: Vor ein paar Stunden haben sie sich mittels einer kleinen Wildcard in den DNS-Records jede nichtexistierende .com und .net-domain angeeignet!

Hier ausprobieren: diesedomaingibtsnicht.com.

Man landet auf sitefinder.verisign.com, einer Suchmaschine von Verisign.

Abgesehen von einer ganzen Reihe technischer Probleme, die das mit sich bringt, ist das auch so völlig wahnsinnig: Bloß weil Verisign die Ehre hat, über das DNS wachen zu dürfen, dürfen sie Anfragen, die nicht ihnen gelten, auf ihre Server umleiten? Niemals! Es geht nichtmal ums Geld, es geht um die Freiheit des Netzes.

"Choose your side.". Lasst uns zusehen, dass diese verrückten Imperialisten das rückgängig machen! (Auf einer ICANN-Mailingliste gab es mindestens schon eine Reaktion. Mal sehen, wie das weitergeht.)

Dinge, die man tun kann:

Via Slashdot, danke Haiko.

(Bitte keine "bei mir geht's nicht"-Kommentare: Der Verisign-Server scheint gerade down zu sein. Slashdotted eben. Tja.)

[Nachtrag] Interessant: Es gab eine Vorwarnung.

Haiko Hebigs Beitrag zum Thema mit einer Übersicht über all den Schaden, der jetzt entsteht.

UF-Comic dazu.

19.09.03 Joi Ito's Web: VeriSign sued for SightFinder

24.09.03 Wortfeld: VeriSign gefährdet Netzstabilität

03.10.03 Jetzt wird es ernst: Die ICANN fordert Verisign auf, die Veränderungen rückgängig zu machen, ansonsten wird ICANN seek promptly to enforce VeriSign's contractual obligations. Bravo!

04.10.03 Verisign reagiert und deaktiviert den Dienst. Die Argumentation ist völlig lachhaft. Es ging nie um innovation within the Internet infrastructure sondern einfach um nackte Dollars für Verisign.

06.10.03 Wortfeld hat die Chronologie.

27.02.04 Wortfeld: VeriSign verklagt ICANN

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