13. September 2003

[ Live Blogging , Wireless and Mobile ]

Wireless Community Networks in the Developing World

Tomas Krag am Referieren

Tomas Krag referiert.

Tomas Krag referiert über Drahtlose Netze in Entwicklungsländern. Tomas arbeitet for informal ein Research Network and NGO. Er hat jede Menge Erfahrung mit Projekten u.a. in Ghana und Armenien als Mitarbeiter von GeekCorps.

Die Connectivity-Situation in Entwicklungsländern ist oft "interessant": Verbindungen funktionieren über Kupferkabel. Um einen Anschluss daran zu bekommen, wartet man bis zu einem Jahr. Ein Verbindungsaufbaue z.B. in die USA dauert Stunden, steht Minuten und kracht dann wieder zusammen.
 

Tomas arbeitete in Ghana mit einem Priester zusammen. Dieser entdeckte irgendwann drahtlose Netzwerke auf 802.11-Standard und war begeistert. Er flog in die USA, kaufte einen Koffer voll Lucent-Equipment und schmuggelte ihn wieder zurück. (Es braucht in non-profit Projekten oft so einen Anstoß. Tomas: "If you're not in the commercial model there is less pressure to innovate.")

Vor Ort stand eine Satellitenschüssel (groß wie ein Schwimmbad, Tomas zeigte ein Bild) (stehen seine Folien im Netz?) und ein Antennenmast, mit dem man 25 km weit strahlen konnte. (Tomas: "Der wäre in jedem Land der Erde illegal gewesen - er schwankte im Wind!") Das Hosting stand in den USA (was das Satellitensystem natürlich komplett überlastete). Erstes Projekt war deshalb, ds Hosting nach Ghana zu holen.

ISPs in der dritten Welt aufzubauen ist ziemlich problematisch: Der Zinssatz für Kredite liegt bei 70%, also lässt sich Netzinfrastruktur nicht auf Kredit finanzieren. Drahtlose Netze sind deshalb sehr gut geeignet, weil man sie Schritt für Schritt aufbauen kann.

Noch ein Problem: Kupfer ist dort eine wertvolle Ressource - Die Kabel werden also von Räubern aus dem Buden ausgebuddelt und verkauft. Und sogar noch besser: Inzwischen wird so ziemlich alles, was als Faser im Boden liegt, da man die als Rohstoff für schusssichere Westen verwenden kann. (Elfenbeinküste)

2001 haben sie angefangen, eigene Linuxkisten zusammenzubauen um die Kosten zu senken. (Bis dahin war alles "per Hand" aus den USA importiert worden.)

Und noch ein Problem für kleine ISPs: Sie werden von den Telekommonopolen und von den Regierungen bekämpft, denn die haben kein Interesse an weitverbreiteter Connectivity: Bis zu 50% der Einnahmen aus klassischen Telefoniediensten gehen von den Telcos direkt an die Regierungen. Die Regierungen verstehen zwar, dass sie langfristig von nicht-monopolistischen Struktur profitieren würden, aber wenn die Kassen leer, der Staat quasi bankrott und das Volk krank und hungrig ist, macht man keine langfristigen Experimente sondern nimmt die kurzfristigen Einnahmen mit. Keine Überraschungen. In der Praxis werden dann ISP auch schonmal für eine Woche vom Netz abgeklemmt - dann rennen die Kunden alle weg und wenn nach drei Monaten ein Gericht entscheidet, dass die Aktion völlig illegal war, ist der ISP kundenlos und pleite. (Beispiel aus Armenien)

In den Entwicklungsländern fehlen die IPX. Es ist zwar gut, wenn viele kleine ISPs existieren, aber wenn sie nicht untereinander verbunden sind und man für eine Ghana-Ghana-Verbindung über die USA routen muss und somit zwei ridicilously expensive Satellitenverbindungen braucht, ist das Mist.


Links: ict4dev.org

Trackbacks sind Links von anderen Weblogs auf diesen Eintrag.

Martin Roell blogs my presentation at the Recent FreiFunk Summer Convention in Berlin. It's in german, so if you can't read it, too bad ;-) My presentation was about wireless networks for the developing world, and i'll add a post soon with a little mor...

m u l t i p l i c i t y: Freifunkk Summer Convention (german blog) (18.09.03 13:11)

 

Wenn jemend mehr davon wissen will, bitte schick mir ein e-mail, und schau mal bei unsere website vorbei: http://ict4dev.org/

Tomas Krag am 14.09.03 18:04 #
 

Hallo!

Als Sie wahrscheinlich schon erraten haben, habe ich Lesen Ihren blog genossen. Ich mag die Perspektive, die Sie in Ihren Schreiben anbieten.

Ich wollte nur Sie eine kurze Notiz verlassen, Ihnen zu erzählen, daß ich schließlich wie gelöst habe, Verbindungen zu anderem blogs selbst blog (http: //frumpyprofessor.blogspot.com) aufzuführen. Ich hoffe, daß Sie nicht bedenken, aber ich hat haveI eine Verbindung zu Ihrem blog miteingeschlossen. Bitte prüfen Ihre Verbindung über und, wenn Sie irgendeine Bemerkungen oder Fragen bitte haben, lassen, daß mich weiß.

PipeTobacco

PipeTobacco am 06.01.04 19:43 #
 

Hello Professor, thanks for dropping by! I surfed over to your blog and enjoyed your story about the bass clarinet player tremendously! I play the trumpet myself and just came back from a band rehearsal - your comment and this story was the first thing I read after getting home. :-) What a coincidence!

Martin Röll am 06.01.04 21:24 #