2. September 2003

[ Knowledgework und PIM , Technologie , Trends ]

RSS versus E-Mail

Ryan Naraine fragt auf internetnews.com: "Is RSS the Answer to the Spam Crisis?" und zitiert Chris Pirillo:

"E-mail is dead, period. (...) People aren't signing up for newsletters anymore. People are assuming that every e-mail publisher is a spammer."

Die Lage ist klar: Spam nimmt überhand und Leute filtern immer härter. Dabei fliegen die meisten Newsletter mit in den Mistkübel, weil die Filter die nicht vom Spam unterscheiden können. (Wer whitelistet schon einen Newsletter, in den er sich gerade eingetragen hat?)

Heinz Tschabitscher wird zitiert mit:

"The best thing about RSS is that if you subscribe to an RSS feed, you only get what you want. If you tell the feed reader to stop collecting a site's feed, it will stop. And there's no spam."

Seit Jahren ärgern wir und mit den Eintragungs- und Auftragungsmechanismen von Newsletter herum. Das ist überhaupt nicht logisch! Mit RSS behält der Abonnent die Kontrolle darüber, was er bekommt und was nicht. (Und wer sich partout nicht mit dem Interface eines Feedreaders anfreunden kann, kann ja immer noch einen RSS-to-eMail Dienst verwenden.) (Ja, ich suche immer noch nach so etwas. Hat jemand einen Hinweis?)

In spätestens 2 Jahren gehören Feedreader zur Standardausrüstung jedes Knowledgeworkers. Jeder, der sich heute irgendwie mit dem Verteilen von News beschäftigt oder E-Mail Newsletter versendet, sollte sich zügig Gedanken darüber machen, welche Rolle RSS für ihn in Zukunft spielen wird.

Via Slashdot.

[Update 11.09.03] Chris Pirillo: Why RSS Will Kill E-mail Publishing (via bitflux)

Trackbacks sind Links von anderen Weblogs auf diesen Eintrag.

Röll schreibt in seinem Artikel über die Vorzüge von RSS gegenüber Newslettern >> Lumma hat eine andere Meinung >>...

MEX Blog: RSS als Ersatz für Newsletter (03.09.03 12:05)

 

das verstehe ich nicht. wenn mir ein newsletter wirklich was bedeutet, dann stelle ich meine filter so ein, dass er besonders hervorgehoben wird. falls jemand statt newsletter monatliche tipps auf die website stellt, dann schaue ich da am anfang des monat rein. meinetwegen programmiere ich die abo-ueberwachung im internet explorer so, dass ich es nicht verpasse. und wenn er mir egal ist, dass lese ich ihn nicht, egal in welchem format er daher kommt. also wozu brauche ich da rss? wahrscheinlich nur damit sich ein paar weblogger, die jahrelang ueber weblogs und rss gelabert haben, ein wenig geld machen koennen.

kris am 02.09.03 19:24 #
 

Man kann ja auch eine Mailadresse nur für seriöse Newsletteranmeldungen verwenden - dann kriegt man über diese Adresse auch keinen Spam. Letzten Endes geht es darum, den Überblick zu behalten und nicht alles anzuklicken, was mit flotten Parolen und forschen Versprechungen daherkommt. Ich kann jedenfalls alle von mir abonnierten Newsletter als solche erkennen und bei Bedarf wieder abbestellen.

Irene Gronegger am 02.09.03 20:41 #
 

kris: Ja, *du* machst das so. Aber die Mehrheit der Nutzer nicht. Und die eMail-Marketers jammern zur Zeit nicht rum, weil sie mit RSS "ein wenig Geld machen wollen", sondern weil ihr Geschäft wirklich kaputt ist. RSS gibt *dir* die Kontrolle darüber, was in Deine Mailbox bzw. Deinen Feedreader kommt - das ist der Vorteil gegenüber Mailnewslettern.

Martin Röll am 02.09.03 23:36 #
 

Ich muss Martin Recht geben. Zumindest gibt eine Technologie wie RSS dem Nutzer die Kontrolle zurück, und eben nicht den Spammern. Es ist wirklich kaum noch zu ertragen, was da tagtäglich in den E-Mail-Kasten schwemmt, und genau das verleidet es IMHO den Newsletterabonennten, auch die abonnierten Newsletter zu lesen. Da ist man so genervt, dass man selbst die Newsletter wegklickt, selbst wenn sie durchkommen. Frei nach dem Motto: Lass mich in Ruhe mit dem Mist. Wenn jedoch ich entscheide, was ich sehen möchte, indem ich eine Information abonniere (und auch keine Möglichkeit demnach besteht, mir ungewollte Information zukommen zu lassen), dann sind meine Bedürfnisse befriedigt. Und wenn jemand mich via RSS mit Mist zuwirft, gucke ich mir das eben einfach nicht mehr an. Wie beim Fernsehen. Einfach abschalten.

roland am 03.09.03 00:44 #
 

das argument mit der mehrheit der nutzer kaufe ich nicht ab. fuer die mehrheit gibt es ja nicht mal rss. und wer rss kennt, ist schon so fit im netz, dass er seinen emailer so bedienen kann, dass alle wichtigen newsletter in einer box landen.

wenn ich es richtig verstehe, geht es darum, dass angeblich der nutzer daheim bzw. sein spamfilter nicht mehr zwischen spam und selbst abonnierten newslettern unterscheiden kann. nur so dumm sind weder die leute noch die spamfilter. wenn die leute ihre newsletter ungelesen weghauen oder als spam taggen, dann sollten sich die versender fragen, wie sie ihre newsletter fuer den empfaenger wichtiger machen koennen.

kris am 03.09.03 13:15 #
 

Es gibt einige Fälle, bei denen seriös erscheinende Angebote sich als Spammer erwiesen haben.

RSS hat aktuell sicherlich seine Attraktivität, weil eine gewisse Disziplin herrscht, was Art und Umfang des Dargebotenen anbelangt.

Mein E-Mailprogramm erscheint mir dennoch kruschteliger. Ich habe nur 2 Mailgroups je aboniert. Ich leide heute noch darunter.

Ich habe vier oder fünf Newsletter, die ich nicht abbestellt bekomme, weil ich nicht weiß mit welcher E-Mail-Adresse ich diese abonniert habe.

Zwischen Spam, Fehlentscheidungen mit Newslettern und miesen Erfahrungen mit Push-Techniken, ziehe ich diesen Dienst vor. Es kann mir dann auch nicht passieren, dass Spassvögel für mich Newsletter bestellen ... immer vorausgesetzt RSS setzt sich durch und Mailmissbrauch (Spam) kann entgegengewirkt werden, kann ich wieder freier Abonnieren. Eine Zeitlang mitlesen und wenn es nichts ist ohne das Goodwill des Pushdienstes, den Service abbestellen.

Silke Schümann am 04.09.03 01:58 #
 

Mit RSS wurde ich erst vor Wochen erstmals konfrontiert und habe mich in die Idee verliebt, selbst Newsfeed statt Newsletter anzubieten.
Nun arbeite ich am Relaunch meiner Website. Mal sehen, welche Erfahrungen ich bei meinen Kunden mit RSS machen werde. Vorher will ich nicht allzu lobhudeln.

Newsletter können in Firmennetzten zu einem sehr ernsten Sicherheitsproblem werden, obwohl Admins in der Regel geeignete Maßnahmen gegen Spam und Viren ergriffen haben.

Ich empfehle an dieser Stelle den ersten deutschen Newsreader Newsbee (www.newsbee.de).

Ramona Hapke am 28.11.03 09:24 #