28. August 2003

[ Internet ]

Nichts Neues beim Online-Musikvertrieb

Die Süddeutsche Zeitung schreibt über die Bemühungen der Telekom, Online-Musikplattformen aufzubauen.


Sie bezieht sich auf das Handelsblatt und schreibt:

Die gewünschten Stücke werden aus dem Netz heruntergeladen und sind dann im Microsoft-Format für den Media Player abspielbar. Eine Umwandlung ins übliche MP3-Dateiformat sei aber weiterhin möglich, so der Bericht.

In der Übersetzung bedeutet das, dass es also heavily DRMed (wo hab ich bloß neulich die schöne Wortschöpfung "to DRM" gelesen? Bei Kottke? Oder Weinberger?) Dateien im Microsoft-Format geben wird, mit denen man ohne aktuellsten MediaPlayer nichts wird anfangen können. Denn dass eine Konvertierung in MP3 "weiterhin möglich" ist, ist eh klar: Spätestens an der Lautsprechermembran kann ich alles abfangen und zu MP3 umbacken.

Ob das jetzt eine gute Idee ist? Lesen wir weiter: Der Spaß kostet zwischen 99 Cent bis 1,79 Euro, allerdings ist unklar, woher die Preisunterschiede kommen. Meint zumindest die Süddeutsche. Im Grunde weiß sie die Antwort aber:

Partner von "Musicload" sollen die großen Plattenfirmen wie EMI, Sony, Bertelsmann Music Group (BMG) und Warner Music sein.

Nichts Neues also. Ein weiterer Versuch der Musikindustrie-Saurier, ihr Geschäft ins Internet zu retten. Der mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit fehlschlagen wird, so wie die anderen Versuche auch. Morgen geht die Seite ans Netz. Dann können wir weiter spotten berichten.

Trackbacks sind Links von anderen Weblogs auf diesen Eintrag.  

Noch nun einigen Monaten ist Musicload immer noch nicht aus den Kinderschuhen herausgewachsen.

Fazit: Musicload ist noch klein, das Angebot reißt noch keinen Musikliebhaber vom Hocker. Allerdings hat man im Vergleich zu Popfile den Vorteil, daß man kein Musiklabel-Ableger ist und somit wohl eher viele unterschiedliche Labels ins Boot holen kann. Auch wenn das Angebot dürftig ist, hat Musicload derzeit die besten Voraussetzungen für einen erfolgreichen Musikdienst: Ausgereifte und verschiedene Bezahlmöglichkeiten, Personalisierung und andere kleine Gimmicks stimmen schon einmal. Einzig es fehlt am Angebot. Und leider verzichtet der T-Online-Service auch nicht auf die obligatorischen WMA-Dateien, die meist mit Beschränkungen für den Verbraucher ausgeliefert werden.

Quelle: http://www.mp3-world.net/d/news/dienste/dienste_test12.shtml

Dominik Meyer am 19.01.04 12:18 #
 

Lustig: Ziemlich genau wie prognostiziert:

(-) Kleines Angebot (-) Abspielbeschränkungen

Wobei Letzteres eigentlich nicht korrekt zu sein scheint: Ich habe vor allem Angaben wie "unbegrenzt hören, 3x brennen, 3x kopieren" gefunden und kein Stück, das man nicht unbegrenzt abspielen konnte.

Danke für den Link!

Martin Röll am 19.01.04 12:52 #