11. August 2003

[ Oekonomie , Wireless and Mobile ]

Insel-Internet

Auf Spiegel Online gibt es einen interessanten Artikel über das Internet auf den Salomonen. (Via intellihaus-Weblog)

Früher wurde zwischen den rund 100 bewohnten Inseln vor allem per Kurzwellenfunkspruch oder per "ich setz mich ins Kanu und fahr rüber" kommuniziert. Jetzt werden über die Kurzwelle Daten übertragen. Es gibt 10 über die Inseln verteilte Sender/Empfangsstationen.

Nicht richtig nachvollziehen konnte ich, warum der Spiegel von einer "Zentrale" spricht. ("Die Technologie ist simpel und robust: Die Daten fließen über Kurzwellen-Funk von den Inseln zur Zentrale und zurück, mit immerhin fünf Kilobit pro Sekunde." - Die Projektbeschreibung spricht von Point-to-Point Communication). Hat der Spiegel da was flasch gemacht oder ist mein Kurzwellenwissen eingerostet? (Zum Glück lesen hier mindestens zwei Leute mit, die sich mit sowas auskennen. :-))

Hochinteressant finde ich, dass sich auf Basis dieser Infrastruktur jetzt sogar E-Commerce entwickelt:

Früher etwa verbrachten Insulaner Stunden mit dem Trocknen und Verpacken von Kokosmark - und konnten nur hoffen, dass irgendwann hungrige Seefahrer vorbeikommen. Jetzt aber können die Dörfler auf Bestellung produzieren.

Ein Fischerei-Unternehmen, das sich im alleinigen Besitz einer Dorfgemeinschaft auf der Insel Ulawa befindet, ist mit diesem Prinzip in den E-Commerce eingestiegen. Gourmets in der Hauptstadt Honiara bestellen exotische Fische, die Internet-Insulaner wiederum schicken Auftrags-Mails an Eingeborene, die mit Bambusstangen auf die Jagd gehen.

Slightly related: Die Insel Niue (das ist die mit den .nu-domains) ist komplett ver-WLAN-t.

Trackbacks sind Links von anderen Weblogs auf diesen Eintrag.  

Apropos Insel-Vernetzung: Brand eins berichtete vor einer Weile darüber, wie die Isle of Man mit UMTS-Netz überzogen wird.

Alexander Svensson am 12.08.03 21:21 #