10. August 2003

[ Trends ]

National Gallery digitalisiert Kunstwerke

Telepolis berichtet darüber, dass die Londoner National Gallery ihre komplette Gemäldesammlung digitalisieren will (2300 Bilder!) "um im Museumsshop Kunden ihr Lieblingsbild in beliebigen Formaten ausdrucken [zu] lassen." (via Schockwellenreiter)


Interessant ist, dass es nicht einfach um billige Scans und Drucke geht, sondern in sehr hoher Qualität gearbeitet wird:

Die Bilder entstammen (...) einer seit acht Jahren bestehenden Kooperation (...) mit der Firma Hewlett-Packard, die eine digitale Kamera zur Verfügung gestellt hat, mit der das liegende Bild gewissermaßen abgescannt wird. Auf diese Weise wird eine Auflösung von hundert Megapixeln und mehr erreicht. Nach Aussage eines Galeriemitarbeiters übertrifft die Qualität der Ausdrucke die von herkömmlichen Postern um Längen. Auch sollen die Ausdrucke mindestens siebzig Jahre lang farbecht bleiben.

Die Bilder werden im Museumsshop auf einem Sechsfarbdrucker ausgedruckt. Ein Druck dauert etwa fünf Minuten.

Geplant ist laut New Scientist auch, Lizenznehmer anderswo auf dem Planeten zu finden, die dann ebenfalls Drucke verkaufen können. Damit müssen die digitalen Daten natürlich versendet werden und somit entsteht das Risiko, dass sie irgendwann im Internet auftauchen.

Interessant ist, wie die Galerie damit umgeht:

"There is nothing we can do about it," says Jennifer Lea, a spokeswoman for the gallery. It is not even bothering to protect the images.

Vielleicht werden digitalisierte Kunstwerke dadurch irgendwann mal zu einer Art "öffentlichen Gütern": Jeder kann sie frei ansehen. Jeder kann sie sich selbst reproduzieren. (Und auch Misbrauch treiben, ja.) Ich fühle mich gerade sehr an Richard Stallman erinnert...

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