8. Juli 2003

[ Transparenz ]

Persönliche Informationen in Weblogs und Sicherheit

Ed Brill macht sich Gedanken über Blogging and personal security (via h-blog). Er fragt sich, ob es ein Sicherheitsrisiko für ihn bzw. seine Familie darstellt, wenn er Informationen über die Reisen, die er unternimmt, in seinem Blog veröffentlicht, schließlich könnte ein ihm böse wollender Mensch diese Information nutzen, um z.B. in sein Haus einzubrechen, wenn er nicht da ist.

Ich habe mich in den Kommentaren zu seinem Eintrag ein wenig dazu ausgelassen, weil ich darüber auch schon viel nachgedacht und diskutiert habe - ich veröffentliche ja auch meine Reiseinformation im Weblog (nebst Telefon- und Handynummern, auf der erstaunlich wenige Psychopaten anrufen).

Mein persönliches Ergebnis:

  1. Wer in ein Haus einbrechen will, sucht nicht in Weblogs nach potentiellen lohnenden Objekten. Und wenn er es doch tut, ist die Informationsbasis immer noch mäßig: Ich habe z.B. noch nie über den 3-Meter-Stockmaß-Rottweiler gebloggt, der mein Büro bewacht. Und über meine 7 Security-Zwerge, die jede Nacht neben mir schlafen.

  2. Wer mir persönlich was Böses will, kann das eh tun. Dafür braucht er das Blog nicht. Meine Adresse ist bekannt, wer mich ärgern will, wirft einen Stein durchs Fenster oder fängt mich ab, wenn ich Joggen gehe. Informationsdefizit ist nicht das Problem.

Trotzdem ist das manchmal ein eigenartiges Gefühl "transparent" zu sein. Wenn ich auf einen Kongress fahre, können mich theoretisch sehr viele Leute "erkennen" ohne sich selbst zu erkennen zu geben.

[Nachtrag] Michael Urspringer hat auch über das Thema geschrieben.

Trackbacks sind Links von anderen Weblogs auf diesen Eintrag.

Eine naheliegende Frage, die sich aus dem Tagesschau-Artikel ergibt, ist natürlich: "Warum macht der das?" Ich bin es auch schon heute auf der Tagung gefragt worden. (Wenn Sie nicht wissen,...

Das E-Business Weblog: Warum ich meine Reisepläne veröffentliche (08.02.06 16:49)

 

Auf der anderen Seite hat es was, wenn Du irgendwo anrufst und meldest Dich mit "Martin Röll" und der Angerufene fragt: "Sind Sie DER Martin Röll?" :-)

vowe am 08.07.03 16:27 #
 

Nunja, der erste Grundsatz des Datenschutzes --- Datenvermeidung. Das kollidiert aber sowieso mit Blogs.

Alternativ kann man etwas gegenhalten. Installiere einfach einen AccessPoint und deklariere einen öffentlichen Hotspot. So hast Du immer Leute im Umkreis Deines Hauses die es «bewachen» oder als Zeugen dienen können.

Mtg am 09.07.03 08:26 #