5. Juli 2003

[ E-Commerce ]

Clevere Internet-Geschäftsmodelle: Kalseys "Simple Amazon wishlist display"

Vor zwei Tagen bloggte ich im Newsfeed über Adam Kalseys Simple Amazon wishlist display, ein Skript, das es möglich machen sollte, die eigene Amazon-Wishlist in die Website einzubauen, und kriegte es nicht ans Laufen. Was dann passierte, war toll: Adam folgte dem Trackback von seiner Seite aus in mein Blog, debuggte sein Skript (ein Apostroph in einem Buchtitel es durcheinander gebracht) und gab mir Bescheid, als es lief. Irre.

Damit hatte ich Gelegenheit, mir sein Skript genauer anzusehen und zu verstehen, was das Ganze eigentlich soll. Es stecken zwei clevere Elemente drin:

Das Skript liest die Amazon-Wishlist aus und gibt sie so wieder, dass a) am Ende ein Link zu Kalsey.com erscheint und b) alle Buchlinks die Kalsey-Affiliate-ID tragen.

Ersteres bringt Traffic und, was möglicherweise wichtiger ist, erhöht den Pagerank von Kalsey.com. Letzteres bringt Geld. Wenn genug Leute die Liste einbinden viel Geld.

Sehr clever gemacht. Ich bin gespannt, ob sich das verbreitet oder z.B. jemand das Skript kopiert und um-parametrisiert und dann verfügbar macht. Das Merkwürdige an dieser Art Internet-Geschäftsideen ist ja, dass sie normalerweise in kürzester Zeit kopier- oder imitierbar und damit angreifbar sind. Die einzige Chance ist, schnell und convenient zu sein. Wah, ich klinge schon wieder wie ein Consultant. ;-)

[Nachtrag] Für die mitlesenden Akademiker: Was hier passiert ist, dass jemand einen nützlichen Dienst ins Netz stellt, den andere kostenlos verwenden können. Jeder, der das tut, verbreitet nicht nur den Namen des Anbieters, sondern bringt auch noch weitere Aufmerksamkeit in Form von Besuchern auf seine Seite. Außerdem wird jede das Skript einbindende Seite zum potentiellen Umsatzbringer. Selbst wenn die Wahrscheinlichkeit, einen Umsatz zu machen gering sein sollte ist das immer noch ein phantastisches Geschäftsmodell, weil es unendlich skaliert: Es kostet nur eine Winzigkeit an Bandbreite (weil das Skript beim Anbieter gehostet wird - das ist nötig um den Quellcode zu verstecken) und bringt möglicherweise einige hundert oder tausend provisionsbringende Verweise auf Amazon jeden Monat. E-Business-Theorie Ende. Erwartet nicht, dass ich sowas immer so erkläre. ;-)

Trackbacks sind Links von anderen Weblogs auf diesen Eintrag.