30. Mai 2003

[ Unternehmen ]

Microsoft-AOL-Deal

Über den Deal zwischen Microsoft und AOL schreibt Frank Patalong einen sehr guten Artikel auf Spiegel Online: AOL-Microsoft-Allianz: Wenn Giganten tanzen.

Die wesentlichen Inhalte des Deals:

  • Microsoft zahlt AOL 750 Millionen Dollar. Dafür wird das Kartellverfahren um Internet Explorer / Netscape eingestellt.

  • Der Microsoft Internet Explorer wird für die nächsten 7 Jahre (!) der Browser von AOL. (Was vollkommen blödsinning ist, da noch kein Mensch weiß, ob es in 7 Jahren überhaupt noch "Browser" wie wir sie heute kennen, geben wird.)

  • Der eigentliche Clou: Microsoft und AOL kooperieren beim DRM. Damit bekommt Microsoft die kritische Masse an Usern für sein in den Windows-Nachfolger "Longhorn" integriertes DRM-System.

Auch auf Heise findet sich etwas mehr zu den Hintergründen des Deals.

Alles bestens also. :-(


[Nachtrag]
Dan Gillmor schreibt:

The deal is as fundamentally anti-customer as you could possibly imagine, because Microsoft and the entertainment cartel are working to create read-only content. (...) More depressingly, the settlement is another victory for Microsoft and its monopolistic practices. A payment of $750 million, for a company with more than $45 billion in the bank, is a rounding error. From Microsoft's perspective, it surely must be a great investment, because it turns out to cost small change to break the law to kill a competitor in order to keep the monpoly.

Crime pays. Again.

Das ganze Drama wird ersichtlich, wenn man die Äußerungen von Microsoft (via Haiko Hebig) in Beziehung setzt und sich noch tiefer reinliest: "The next version of IE will obviously need Palladium."
Traurig.

[Nachtrag] Haiko Hebig hat auch noch was zu sagen.

Trackbacks sind Links von anderen Weblogs auf diesen Eintrag.