16. Mai 2003

[ Blogging , Business Weblogs ]

Mein BlogTalk-Papier zum Downloaden

Auf der neu eingerichteten Seite roell.net/publikationen habe ich mein Papier "Business Weblogs - Ein pragmatischer Ansatz zur Einführung von Weblogs in mittleren und großen Unternehmen", das ich kommende Woche in Wien auf der BlogTalk vorstellen werde, zum Download bereitgestellt.

Im Moment gibt es das Papier nur auf Deutsch und im PDF, an der englischen Übersetzung arbeite ich noch. Die Englische Fassung ist jetzt verfügbar.

Trackbacks sind Links von anderen Weblogs auf diesen Eintrag.  

Ich habe mir gerade dein Paper durchgelesen und finde es eigentlich recht interessant. Vor allem dürfte es für Unternehmer, die sich nicht mit Weblogs auskennen, sehr informierend sein (was irgendwann einmal auch u.a. das Ziel der Konferenz war). Hoffentlich sind die anderen Vorträge von ähnlicher Qualität.
Für mich drängt sich allerdings am Ende deines Papers eine Frage auf: auf welche Software soll denn nun ein Unternehmer zurückgreifen? Du nennst zwar einige technologische Anforderungen, doch meiner Meinung nach kann dies derzeit kaum ein Weblog-System leisten. Oder täusche ich mich?

tzwaen am 16.05.03 22:29 #
 

Technologisch sehe ich da kein so großes Problem: Ein Movabletype oder eine pMachine deckt die meisten Anforderungen, die ich beschreibe, schon gut ab. Auch ein sunlog oder vielleicht später sogar ein pivotlog müsste sich mit vertretbarem Aufwand soweit erweitern lassen können. Beim "automatischen Einrichten" wird es noch schwierig, aber das dürfte eher eine Frage der eigenen Scriptingfähigkeiten als des Weblogsystems selbst sein.

Ich bin mir allerdings ziemlich sicher, dass es nicht lange dauern wird, bis ein paar clevere Unternehmen auf den Zug aufspringen und "Business Weblog Software" verkaufen werden. Da bin ich echt gespannt, was dort noch an weiteren Features drinstecken wird.

Martin Röll am 18.05.03 22:30 #
 

Mhmmm, ich finde Blogs eigentlich trivial. Nichts, was man nicht schon vor +10 Jahren hätte aufseten können, einfach mit einem lokalen Newsserver.
Wenn ich das jetzt mal so durchleuchte, mit Feeds, Reply-Feeds und so, dann erfinden wir eigentlich das Corporate Usenet neu; naja - mit viel Aufwand, XML, guest bloggers und pings aber von den technischen Möglichkeiten und Optionen geht es immer mehr in die alte Richtung: NNTP.
Wir erfinden den ganzen Kram neu und feiern uns als innovativ. Irgendwo vermisse ich da den added value gegenüber früher.

Wolfgang Flamme am 19.05.03 04:18 #
 

> added value

die fantasie ist grenzenlos.
blindheit auch, doch dümmer
wird man nicht. nur aufgeschlossen.

weblog: everyone can publish it's own values. do it like all the others! now.

für eine firma würde das bedeuten, dass alle bloggenden mitarbeiter die firm-values kennen und fleissig loggen. ob man sie dann auch noch lebt, bleibt ein geheimiss ;= rentenvorsorge nicht.

usul am 19.05.03 19:26 #
 

"Kommunikation ist, wenn zwei sich verstehen." Ich glaube, in dem Sinne findet hier gerade keine Kommunikation statt, "usul". ;-)

Aber sprechen wir über den "added value": Selbst wenn man sich darauf einlässt, dass Trackback, ThreadML und Co im Prinzip die Fähigkeiten von NNTP nachbauen (was in gewisser Weise richtig ist), ist doch relativ leicht zu sehen, was an der Blogosphere anders und "mehr" ist, als am Usenet. Mal ganz plakativ:

1) Das Usenet lässt sich nicht "durchsurfen". Es gibt keine (Link-)"Pfade" denen man folgen kann. Die sind aber hilfreich. (Überhaupt fehlen die ganzen Möglichkeiten des Hypertexts, außer wir posten in HTML. Aber wollen wir das?)
2) NNTP ist hierarchisch, das Web nicht. Die Diskussionen, die sich von Blog zu Blog ziehen können so viel komplexer sein, als eine Thread-Hierarchie im Usenet.
3) Das Web ist bunt. Und ich mag das, wenn das bunt ist. ;-)
4) Auf NNTP-Basis kriegt man die Vernetzung von relativ statischem Content zu Diskussionen nicht richtig hin. Das ist gerade die Stärke von Weblogs: Diskussion und Entwicklung von "Dokumenten" vermischen sich und stehen in Wechselwirkung zueinander.

Klar: Die Punkte lassen sich auch alle widerlegen. Aber die Diskussion ob das jetzt "neu" oder "innovativ" ist, ist ohnehin ziemlich akademisch, oder? Die alten Sachen haben sich nicht durchgesetzt. (Machen wir eine Umfrage bei den CIOs des DAX100: Wieviele von denen wissen, was NNTP ist? Wieviele wissen überhaupt, dass das Usenet *existiert*?) Bei Weblogs sieht es so aus, als ob sie sich weiter verbreiten könnten. Der "added value" der das ganze da treibt ist ganz einfach: Einen Browser können die Leute bedienen. Einen "Newsreader" haben 99% noch nie gesehen.

Martin Roell am 19.05.03 19:58 #
 

Kann sonst jemand mal bitte Gopher neu erfinden bitte? ;-)

Heiko Hebig am 19.05.03 23:15 #