Britzer Garten, Besucher (kontrastverstärkt)

Naturpark

Der Britzer Garten hinterließ bei mir ein zwiespältiges Gefühl: Natürlich ist er sehr schön, friedlich, harmonisch, ruhig. Wasser fließt, Blumen blühen, Vögel singen... Aber es ist ein künstliches Paradies. Jedes Stück Natur ist vom Menschen arrangiert worden. Das Wasser fließt nur, weil man mit Baggern einen Berg angeschüttet und eine Pumpe installiert hat. Die Findlinge am Bachufer und die schattenspendenden Bäume sind sorgfältig geplant worden. Akustik, Licht, Botanik - nichts wurde dem Zufall überlassen. Es fühlt sich merkwürdig an, durch so eine Umgebung zu laufen - die Natur zu suchen, indem man sich in eine Kunstwelt begibt. Der Park ist so groß, dass man vergessen kann, dass es nur ein Park ist - und die Imitation der Natur für die Natur selbst nimmt. Damit würde das Gegenteil von dem passieren, was Gärten eigentlich tun sollten. Vielleicht ist es das, was mich in kognitive Dissonanzen wirft.

Fotografiert am 8. Mai 2004, heftig kontrastverstärkt.

Veröffentlicht am 12.05.04.